pfingstgemeinde interlaken

Predigtserie "7 Sendschreiben" - 5. Sardes


»Und dem Engel der Gemeinde in Sardes schreibe. Dies sagt, der die sieben Geister Gottes und die sieben Sterne hat. Ich kenne deine Werke und dass du den Namen hast, dass du lebst; doch du bist tot. Werdet wach und staerket die Uebrigen, die im Begriff stehen zu sterben; denn deine Werke wurden nicht vollendet gefunden vor meinem Gott. Gedenke darum, wie du empfangen und gehoert hast und bewache es und aendere deine Gesinnung. Wenn du nicht wachsam bist, werde ich wie ein Dieb kommen, und du wirst nicht erkennen, in welcher Stunde ich ueber dich kommen werde. Aber du hast wenige Namen in Sardes, die ihre Kleider nicht besudelt haben und sie werden mit mir im Licht wandeln, denn sie sind es wert. Wer so siegreich ueberwindet, wird mit leuchtenden Kleidern bekleidet werden und nimmermehr wird sein Name aus dem Buch des Lebens ausgewischt werden und sein Name wird bekannt werden vor meinem Vater und seinen Engeln. Wer Ohren hat, der hoere, wie der Geist zu den Gemeinden spricht.« (Offenbarung 3:1-6 )

Die Stadt Sardes, an deren Gemeinde dieses fuenfte Sendschreiben gerichtet war, liegt etwa 75 Kilometer oestlich von Smyrna am Hermos-Fluss am Fuss des Tmolus-Gebirges. 400 Jahre vor Christus war Sardes die beruehmte und bekannte Hauptstadt Lydiens gewesen, die Residenz des beruehmten und unermesslich reichen Koenigs Kroesus (Sprichtwort!). Nachdem die Stadt durch den Perserkoenig Cyrus und spaeter durch den Griechen Alexander den Grossen erobert worden war, verfiel sie zu einer unbedeutenden Provinzstadt. Der roemische Kaiser Tiberius liess sie nach einem Erdbeben 17. n. Chr. wieder aufbauen, doch von ihrer ehemaligen Pracht und Macht blieb nur die Erinnerung. Und genau darin lag auch ihr Problem. der auferstandene und erhoehte Herr sagt der Gemeinde in Sardes, dass er die Fuelle ( die Zahl sieben) des heiligen Geistes habe und auch ueber allen verantwortlichen Leitern stehe. es ist auffallend, dass Jesus sagen muss, das er die Fuelle des heiligen Geistes habe. Offensichtlich konnte er bei den Gliedern der Gemeinde in Sardes feststellen, dass sie ihn eben nicht hatten! Und damit faellt auch das Urteil entsprechend aus. Wenn der Geist des Lebens nicht mehr in einer Gemeinde wirkt, dann ist sie geistlich tot! der erhoehte, geisterfuellte Herr sieht hinter den Schein: »Ich kenne deine Werke und dass du den Namen hast, dass du lebst« und stellt die Diagnose: »...doch du bist tot«!

Was war mit dieser Gemeinde in Sardes geschehen? Wie ich schon erwaehnte habe, waren die Bewohner von Sardes sich ihrer ruhmreichen und praechtigen Vergangenheit bewusst. Sie wussten, dass es einmal andere Zeiten gegeben hatte, in denen alle gestaunt und sie bewundert hatten, als ein unermesslicher Reichtum und unglaubliche Macht vorhanden gewesen waren. Und immer noch, trotz der hunderten von Jahren, die seither verflossen sind, trauerten und sannen sie dieser vergangenen Zeit nach. Und in derselben Weise ist auch die Gemeinde in Sardes auf diese daemonische Fixierung reingefallen und hat sich dem falschen Gesetz unterordnet. Kein Christ kann von vergangenem Segen leben! Es nuetzt ueberhaupt nichts, den guten, alten Zeiten nachzutrauern! Sie ist unwiderrruflich vergangen und wir sollten dankbar fuer die guten Dinge sein und aus den Fehlern lernen wollen. Doch diese nostalgische Beschaeftigung mit der Vergangenheit fuehrt zu einer einseitigen Betrachtungsweise und zu einer Schaedigung der geistlichen Urteilskraft. Dies ist bitte kein Problem des biologischen Alters! Wenn wir nicht im Glauben wachsen, verlieren wir die geistliche Orientierung und Kraft und werden damit immer bedeutungsloser. Und dann kann uns der heilige Geist nicht mehr gebrauchen. Dann werden wir nicht mehr vom inneren Feuer der ersten Liebe angetrieben, von der Hoffnung und Zielstrebigkeit des Evangeliums, sondern von menschlichem Gutduenkel und Kompromissbereitschaft. Dann ist der Tod im Topf!

Darum ermahnt Jesus Christus die Gemeinde in Sardes und alle Gemeinden in aehnlicher Verfassung: »Werdet wach und staerket die Uebrigen, die im Begriff stehen zu sterben«! Werdet wach vor Gott und fuer Gott - durch den Befehl, den er an dich richtet! Gott will nicht die unwiderrrufliche Verurteilung, sondern die rettende Wende herbeifuehren. "Wenn einem der Herr Jesus etwas befiehlt, so fuehrt dieser Befehl die Kraft mit sich, gerade wie wenn er einen Gichtbruechigen aufstehen und einen Blinden sehen heisst!" (Bengel). »...und staerket die Uebrigen, die im Begriff stehen zu sterben.« Der Todesschlaf der Gemeinde aeussert sich auch darin, dass man sich gegenseitig in Ruhe laesst und keine Verantwortung fuereinander empfindet. Jeder muss halt selber schauen, dass er nach seiner Fasson selig wird! Lass mich in Ruhe, dann lasse ich auch dich! Nein! Wir duerfen einander nicht in Ruhe dahindaemmern lassen! wer selber aus diesem gefaehrlichen Schlaf aufwacht, muss auch andere wecken, darf sie nicht in ihrem Verderben dahinfahren lassen. Die Staerkung besteht in der Ermutigung zum Glauben, zum Kampf gegen die Suende, zum Wahrnehmen von der eigenen Verantwortung. Kain hat Gott auch geantwortet: »Soll ich meines Bruders Hueter sein?« Jawohl, wir muessen unserer Brueder und Schwestern Hueter sein!

»Gedenke darum, wie du empfangen und gehoert hast und halte es fest und aendere deine Gesinnung!« Im Hoeren des Wortes Gottes, im Empfangen und aufnehmen des Rhema, empfaengt der Mensch etwas, das er aber auch wieder in Gleichgueltigkeit und Ungehorsam verschleudern kann. Wo das der Fall ist, muss der Herr beurteilen, dass deine Werke, dein Leben vor Gott nicht vollendet gefunden wird! da nuetzt es dir nichts, wenn du in der Vergangenheit einmal an Segen so reich warst wie der beruehmte Kroesus von Sardes! Wenn wir die geistlichen Erkenntnisse und Offenbarungen durch Rhema nicht anwenden, droht die Gefahr, sie wieder zu verlieren. Wenn wir dann eine Tages darauf zurueckgreifen wollen, werden sie nicht mehr da sein. Jesus Christus toent in diesem Sendschreiben sogar an, dass man des ewigen Lebens verlustig gehen kann: »...sein Name wird aus dem Buch des Lebens ausgewischt«. Darum halte es fest, lass es in dein Fleisch und Blut uebergehen, indem du es anwendest, ein Taeter des Wortes bist und nicht ein vergesslicher Hoerer! Aendere deine Gesinnung, tue Busse, wo du erkannt hast, dass die Diagnose von Sardes dein augenblickliches Leben beschreibt! Dann wirst Du die alten, besudelten Lumpen der selbstgerechtigkeit, des alten Menschen, des fleischlichen Lebens los und stattdessen mit neuen, leuchtenden Kleidern bekleidet, wandelst in Gemeinschaft mit Jesus im Licht und findest deine Identitaet, deinen Namen vor dem Gnadenthron Gottes statt in irgendeiner vergangenen Erfahrung. Dann wird dein Leben wieder frisch sein, neu erfuellt mit der Kraft des heiligen Geistes.

Die Alternative dazu ist, dass der Herr selbst ueberraschend wie ein Dieb kommen wird und wir alles verlieren werden, was wir meinten zu besitzen. Davor moechte er uns durch sein Wort am heutigen Tag bewahren!

Alle zitierten Bibelstellen stammen aus einer eigenen Uebertragung aus dem griechischen Grundtext

David Kleist


© by new ways ministries, 1994

einfuehrung / inhaltsverzeichnis