pfingstgemeinde interlaken

Predigtserie "7 Sendschreiben" - 8. Dies sagt...


Der auferstandene Herr der Sendschreiben

Wir haben miteinander die sieben Sendschreiben in der Offenbarung angeschaut und Gottes Absichten einer erweckten Gemeinde gesehen. Ich moechte mit euch noch zwei Dinge aus den Sendschreiben betrachten, die mir wichtig geworden sind. Da ist einmal der Verfasser dieser Schreiben, der auferstandene Herr Jesus Christus, der prophetisch durch seinen Diener Johannes spricht. In jedem dieser Schreiben stellt er sich in einer besonderen Weise vor, die wir hier zusammengefasst vor uns haben:

»Dies sagt, der die sieben Sterne in seiner Rechten festhaelt und wandelt inmitten der sieben goldenen Leuchter.« (Offenbarung 2:1 )

»der Erste und der Letzte, der tot war und ist wieder lebendig.« (2:8 )

»der das grosse, zweischneidige und scharfe Schwert traegt.« (2:12 )

»der Sohn Gottes, der Augen wie feurige Flammen hat und Fuesse wie Golderz.« (2:18 )

»der die sieben Geister Gottes und die sieben Sterne hat.« (3:1 )

»der Heilige und Wahrhaftige, der den Schluessel Davids hat; der oeffnet und niemand zuschliesst, und zuschliesst und niemand oeffnet.« (3:7 )

»der Amen, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schoepfung Gottes.« (3:14 )

In der Auslegung der Bibel gilt ein Prinzip, das sehr wichtig ist: Naemlich, dass die Bibel sich selber auslegt oder erklaert. Wir koennen nicht menschliche Annahmen oder Vermutungen zur Grundlage unserer Erkenntnis machen. Das ist auch hier der Fall: Die hier aufgefuehrten Bilder und Symbole sind eine Wiederholung dessen, was bereits in Kap. 1:10-20 ausgedrueckt wird: »Ich war im Geist am Tage des Herrn und hoerte hinter mir eine gewaltige Stimme, wie von einer Posaune, die sprach: Was du siehst, das schreibe in ein Buch und sende es den sieben Gemeinden, nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamus und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea!Und ich wandte mich um, die Stimme zu sehen, die mit mir redete; und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter, und inmitten der Leuchter Einen, der einem Menschensohne glich, angetan mit einem langen Gewande und um die Brust geguertet mit einem goldenen Guertel; sein Haupt aber und seine Haare waren weiss, wie weisse Wolle, wie Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme, und seine Fuesse wie schimmerndes Erz, im Ofen geglueht, und seine Stimme wie das Rauschen vieler Wasser. Und er hatte in seiner rechten Hand sieben Sterne, und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Angesicht leuchtet wie die Sonne in ihrer Kraft. Und als ich Ihn sah, fiel ich zu seinen Fuessen wie tot. Und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach: Fuerchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige; ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schluessel des Todes und des Totenreichs. Schreibe nun, was du gesehen hast, und was ist, und was darnach geschehen soll: das Geheimnis der sieben Sterne, die du auf meiner Rechten gesehen hast, und der sieben goldenen Leuchter. Die sieben Sterne sind Engel der sieben Gemeinden, und die sieben Leuchter sind die sieben Gemeinden.« (Offenbarung 1:10-20 )

Der Verfasser der sieben Sendschreiben erscheint dem Gefangenen Apostel Johannes in einer Vision, als er am Sonntag im Gebet war. Als er sich diese Vision etwas genaueransah, sah er den auferstandenen und erhoehten Herrn Jesus Christus, den Sohn Gottes und den Anfang der Schoepfung, den Ersten und den Letzten, der fuer uns gestorben ist, aber am dritten Tage auferstand und lebt und dem alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben ist, der in Majestaet und Pracht regiert. Und er sieht ihn inmitten der Leuchter; der Menora, dem siebenarmigen Leuchter, in dem das Bundesvolk Israel eine Auszeichnung fuer sich selbst und die Verpflichtung sah, durch die Erkenntnis des wahren Gottes in der Dunkelheit dieser Welt Licht zu sein. Nun aber war der Tempel zerstoert, der Leuchter verschwunden und Israel hatte sich vom Messias abgewandt. So ist die Bestimmung, Licht fuer die Welt zu sein, an die Gemeinde Jesu uebergegangen (Matthaeus 5:14 ). Solange er selbst inmitten der Gemeinde wandelt, in der er durch Lobpreis und Anbetung willkommen geheissen und ihm eine Wohnung bereitet wurde in den Herzen der Menschen und im Lobgesang der Lippen, ist die Gemeinde Licht. Und der erhoehte und verherrlichte Jesus wohnt inmitten seiner Gemeinde, ja er haelt die Engel, die Boten oder Leiter der Gemeinde in seiner Hand. In V.20 wird ja die Erklaerung gegeben, dass die Sterne, die er in seiner Hand haelt die Engel oder Boten der Gemeinden sind. Mit anderen Worten: Es ist Jesus selbst, der die Gemeinde leitet und lenkt. Er haelt die Leiter in seiner Hand, sie sind einerseits voellig in ihm geborgen, andererseits ihm voellig ausgeliefert. Und dieselbe Hand ist nicht ein harter, unbarmherziger Griff, sondern sie streckt sich nach den hingefallenen Johannes aus, richtet ihn auf, eine Gebaerde liebender Annahme, die bestaetigt wird durch die Aussage: »Fuerchte dich nicht!«

Dieser Jesus wird uns aber auch dargestellt als derjenige, der der Anfang der Schoepfung, die Quelle allen Lebens ist. Er ist fuer uns freiwillig und stellvertretend am Kreuz gestorben, er war wirklich tot, aber gerade durch diesen dramatischen Akt hat er den Feind und den Tod ueberwunden, er hat sie besiegt und die Schluesselgewalt, die Vollmacht in seine Hand genommen und ist im Triumph am dritten Tage auferstanden. Als dieser Siegesheld steht er nun vor der Gemeinde, der er verheissen hat, dass die Pforten des Totenreichs sie nie ueberwinden werden und die er bestimmt hat, eine Herberge des Lebens zu sein inmitten eines gewaltigen Totenfeldes, das diese Welt ist, gefuellt mit lebenden Toten, getrennt von Gott und seinem Reich durch ihre Suende. Doch Christus hat die Schluessel in seiner Hand, er oeffnet und stoesst niemanden hinaus, der zu dieser Quelle des Lebens hinzutreten will und er schliesst zu, um alle diese draussen zu lassen, die nichts im Reiche Gottes verloren haben &endash; der Feind und seine Daemonen. Welch ein herrlicher, unvorstellbarer Herr!

Aber dann wird er uns auch gezeigt als der Hohepriester, gekleidet mit den Kleidern der Macht und Hoheit, dessen Augen wie Feuerflammen nichts entgeht, vor dem nichts verborgen bleibt und dessen Fuesse, wie Golderz im Feuer geglueht auf seine unbeschraenkte Richtermacht hinweisen. Doch er ist nicht der Hohepriester und Richter, der gnadenlos und unbarmherzig das Gesetz zur Geltung bringt, »denn wir haben nicht einen Hohepriester, der nicht Mitleid haben koennte mit unseren Schwachheiten, sondern in allem in gleicher Weise wie wir versucht worden ist, doch ohne Suende. Lasst uns darum in Kuehnheit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe.« (Hebraeer 4:15.16 ) Deshalb sind auch die Ermahnungen in den Sendschreiben nicht Verurteilung, sondern klare und ehrliche Diagnose mit dem liebenden Hilfsangebot des allmaechtigen Herrn. Jesus hat die Macht, ein Urteil zu sprechen und es auch zu vollstrecken, doch er streckt seine verstaendnisvolle, hilfsbereite Hand in Mitleid und Erbarmen aus, um uns vor den Thron der Gnade zu bringen, wo wir Gnade empfangen!

»Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schaerfer als jedes zweischneidige Schwert.« (Hebraeer 4:12 ) Jesus Christus ist auf keine andere Waffe, Methode oder Mittel angewiesen. Er spricht sein Wort, und es geschieht. Die Gemeinde braucht sich nicht nach irgendwelchen Mitteln umzusehen, solange sie das Rhema, das lebendige und wirksame Wort Gottes aus dem Munde Jesu empfaengt. Und dieses Rhema spricht er auch, er teilt sein Wort aus, im Ueberfluss und Reichtum, wie der Saemann den Samen auf den Acker aussaet. »Doch wer Ohren hat, der hoere, was der Geist den Gemeinden sagt!« Mit dem Rhema ist es wie mit dem Skalpell, dem scharfen Messer. Es kann uns dienen, heilen und nuetzlich sein oder auch verletzen, verwunden und sogar toeten! Die Sendschreiben offenbaren uns deutlich, die Absicht Jesu ist die eines guten Arztes &endash; zu heilen und gesund werden zu lassen. Es ist unser Unachtsamkeit, Ungehorsam und Widerstreben, das uns so oft Verletzungen beifuegt, wo das Wort, das scharfe und zweischneidige Schwert uns schneidet.

Und zuletzt sagt uns Jesus, dass er der wahrhaftige und treue Zeuge ist. Was er uns sagt, uns mitteilt, als Lob oder Ermahnung, als Freude oder Trost, als Zuerechtweisung oder Ermutigung, es ist wahr und zuverlaessig. »Was er uns zusagt, das haelt er auch gewiss!«- Gott ist kein Luegner oder Betrueger und zu jedem seiner Zusagen wird man die Erfuellung finden, sagt uns die Bibel. Jesus Christus ist das Amen Gottes fuer uns. Amen heisst: "So ist es!Wahrlich! So wird es sein!"

Er ist derselbe, gestern, heute und in alle Ewigkeit! In den Versen, die wir betrachtet haben, wird uns ein Jesus vorgestellt, der wuerdig ist, dass wir ihn anbeten, vor ihm niederfallen, unsere Knie beugen und ihn zum Herrn aller Herrn, zum Koenig aller Koenige, zur Majestaet kroenen mit Herrlichkeit und Lob! Dazu lade ich euch ein. Lasst uns ihn anbeten, ihn ehren, ihn segnen. Nicht nur jetzt im Gottesdienst, sondern auch zuhause am Mittagstisch, naechste Woche am Arbeitsplatz, zuhause, auf der Strasse. Wo immer wir sind und uns befinden, wollen wir ein Lob emporsteigen lassen zu unserem unvergleichlichen Herrn und Erloeser Jesus Christus!

Alle zitierten Bibelstellen stammen aus einer eigenen Uebertragung aus dem griechischen Grundtext

David Kleist


© by new ways ministries, 1994

einfuehrung / inhaltsverzeichnis