pfingstgemeinde interlaken

Predigtserie "7 Sendschreiben" - 9. Wer ueberwindet...


Wir wollen den Zyklus der sieben Sendschreiben beschliessen mit der Betrachtung der Verheissungen, die in diesen Briefen stehen. Das letzte Mal haben wir den Verfasser, den auferstandenen und erhoehten Herrn Jesus Christus etwas naeher angeschaut. Heute wollen wir uns damit befassen, was er den sieben Gemeinden verspricht:

»Wer siegreich ueberwindet,

dem wird gegeben werden, von dem Baum des Lebens zu essen, der im Paradies Gottes steht.« (Offenbarung 2:7 )

der wird nimmermehr Unrecht erleiden durch den zweiten Tod.« (2:11 )

der wird mit dem verborgenen Manna beschenkt und einem weissen Stein, auf welchem der neue Name geschrieben wird, welcher niemand kennt, ausser dem, der ihn empfangen hat.« (2:17 )

und meine Werke bis ans Ende festhaelt. dem will ich Macht verleihen ueber die Voelker. Und er wird sie mit eisernem Stab weiden, wie man toepferne Gefaesse zerschlaegt, wie auch ich von meinem Vater empfangen habe. Und ich gebe ihm den Morgenstern.« (2:26.27 )

wird mit leuchtenden Kleidern bekleidet werden und nimmermehr wird sein Name aus dem Buch des Lebens ausgewischt werden und sein Name wird bekannt werden vor meinem Vater und seinen Engeln.« (3:5 )

den will ich zu einer Saeule im Tempel meines Gottes machen und er wird dann nicht mehr hinausgehen; und ich will auf ihn den Namen meines Gottes schreiben und den Namen der Stadt meines Gottes, das neue Jerusalem, das aus dem Himmel von meinem Gott herabkommt; und meinen Namen, den Neuen.« (3:12 )

werde ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich siegreich ueberwand und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf seinem Thron.« (3:21 )

Die Bibel nennt uns drei hauptsaechliche Verheissungen in diesen Versen und auch eine Grundbedingung dazu: »Wer siegreich ueberwindet!« Was bedeutet das, siegreich ueberwinden? Was meint die Bibel konkret? Lasst uns dazu einen Vers im 1.Johannesbrief anschauen: »Denn alles, was aus Gott geboren ist, ueberwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt ueberwunden hat: unser Glaube. Wer ist es, der die Welt ueberwindet, wenn nicht der, welcher glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist?« (1.Johannes 5:4.5 )

Ueberwinden und siegen setzen einen Kampf voraus. Zuerst muss gekaempft werden, bevor ueberwunden und gesiegt wird. Dieser Kampf wird in der Bibel deutlich beschrieben: Es ist der Kampf zwischen Licht und Finsternis, zwischen Gut und Boese, zwischen Heiligkeit und Suende. Und mittendrin zwischen den Fronten befinden wir uns als Menschen und werden aufgefordert, uns an diesem Kampf zu beteiligen: »Kaempfe den guten Kampf des Glaubens!« Es ist nicht ein Kampf gegen Fleisch und Blut, gegen andere Menschen und er wird auch nicht mit materiellen Waffen, Gewehren, Panzern und Bomben ausgefochten. Sondern es ist ein Kampf gegen die in uns wohnende Suende, gegen geistliche Maechte der Finsternis und den Boesen. Und die Bibel macht es deutlich, dass wir alle, ob wir es wahrhaben wollen oder nicht, an diesem Kampf beteiligt sind, als Opfer oder gar Mitstreiter des Boesen oder als Sieger durch den Glauben an Jesus Christus. Das siegreiche Ueberwinden sind nicht besondere Hochgefuehle, irgend ein materieller Gewinn oder was weiss ich. Die Bibel sagt uns sehr deutlich und klar: Der Sieg ist unser Glaube an Jesus Christus, den Sohn Gottes! Siegreich ueberwinden ist also nicht ein krampfhaftes Abmuehen oder muehseliges Ringen, sondern ein hoffnungsvolles Ruhen und Vertrauen in die Person des lebendigen Gottessohns! Unser Glaube definiert die Qualitaet unseres Sieges, nicht unsere Leistung, unsere Faehigkeiten oder unser Erfolg! das ist schon etwas radikal, nicht wahr?!Und es laeuft total entgegengesetzt dem, was wir sonst so an Vorstellungen ueber Kampf und Sieg haben! darum sagt uns die Bibel ja auch: »Aendert eure Gesinnung, denkt um &endash; tut Busse!« Durch den Glauben an Jesus Christus ueberwinden wir die Welt, das heisst die darin herrschenden Prinzipien der Suende, des Reichs der Finsternis und den Boesen. Und dieser Glaube oeffnet uns auch die Tuere zu den geistlichen Guetern, allen geistlichen Segnungen, die in den himmlischen Regionen vorhanden sind.

In den Verheissungen der sieben Sendschreiben finden wir drei hauptsaechliche Dinge:

1. Wahres, ewiges Leben. Wer siegreich ueberwindet &endash; oder anders gesagt durch den Glauben an Jesus Christus&endash; bekommen wir Zugang zum Baum des Lebens; werden wir den zweiten Tod, die ewige Trennung von Gott, nicht mehr erfahren; sollen wir vom himmlischen Manna ernaehrt und gestaerkt werden; sein Name wird nicht aus dem Buch des Lebens gestrichen. Jesus Christus, der Sohn Gottes, ist die Quelle des Lebens und der Glaube an ihn oeffnet diese Quelle.

»So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit, wer an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat!« (Johannes 3:16 ) - »Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben!« (Habakuk 2:4 )

Durch den Glauben an Jesus Christus erfahren wir die biblische Lebensqualitaet. Natuerlich ist dieser Glaube nicht angeboren oder vererbt, er wird auch nicht durch die Mitgliedschaft irgendeiner Kirche verliehen, sondern er ist eine persoenliche, willentliche Entscheidung, diesem Jesus Christus, von dem die Bibel spricht, zu vertrauen und eine persoenliche Beziehung mit ihm zu wagen. Das kann und wird durchaus ein Kampf sein, den wir jedoch siegreich ueberwinden koennen!

2. Die zweite hauptsaechliche Verheissung bezieht sich auf die Identitaet, das heisst, das ich weiss, wer ich bin. Dies wird in der Bibel sehr oft mit dem Namen verbunden. Der Name beschreibt, wer ich bin, er gibt mir meine Persoenlichkeit und Identitaet. Wer siegreich ueberwindet oder durch den Glauben an Jesus Christus soll einen neuen Namen auf einen weissen Stein geschrieben bekommen; sein Name steht unausloeschlich im Buche des Lebens und wird vor dem himmlischen Vater und seinen Engeln bekannt und auf Ihn wird der Name Gottes, des neuen Jerusalems und der Name Chri sti geschrieben. Sein Platz als Gerechter, gekleidet in leuchtenden Kleidern, ist in der staendigen Gegenwart Gottes als Saeule des Tempels, ja, sogar mit ihm auf dem Thron zu sitzen! Es ist interessant, dass der Glaube uns unsere Identitaet gibt. Dies stimmt fuer alle Menschen, ob Christen oder Nichtchristen. Wieviele suchen und finden ihre Identitaet im vertrauen oder Glauben an irgendein menschliches Idol, einen Star oder Schauspieler. Wieviele glauben, dass irgendwelche Faehigkeiten, materieller Besitz, mehr Geld usw., ihnen ihre Persoenlichkeit geben wuerde: "Wenndann bin ich!" Wenn ich diese Figur, dieses Idealgewicht, diese Frisur, diese Kleider, diesen Lebensstandard etc haben wuerde, dann waere ich wer!? Der Glaube gibt uns unsere Persoenlichkeit, die Frage ist nur, welcher Glaube? Der Glaube an irgendeinen sterblichen, suendigen und unvollkommenen Menschen oder an irgendeine materielle Sache oder der Glaube an Jesus Christus, den auferstandenen Sohn Gottes? Das, woran wir glauben, was wir hoffen und vertrauen, bestimmt darueber, wer wir sind! Denkt bitte einmal darueber nach! Jesus hat sehr deutlich gemacht, wer wir durch den Glauben an ihn sind.

3. Die dritte und letzte Verheissung in den Sendschreiben bezieht sich auf die Herrschaft. Wer siegreich ueberwindet oder an Jesus Christus glaubt, der soll wie Christus Herrschaft ueber die Voelker empfangen, den Morgenstern als Zeichen seiner Koenigswuerde bekommen und mit Christus auf dem Thron Gottes Platz nehmen. Doch er muss zuerst eben den Kampf der Demut und Unterordnung siegreich bestehen. Zur Herrschaft gelangt nur derjenige, der sich zuerst unter die Autoritaet Christi untergeordnet hat, der gelernt hat, was Jesus meinte, als er sagte: »Ihr wisst, dass diejenigen, welche als Herrscher der Voelker gelten, sie herrisch behandeln und dass ihre Grossen sie vergewaltigen. Unter euch aber soll es nicht so sein; sondern wer unter euch gross werden will, der sei euer Diener, und wer unter euch der Erste sein will, der sei aller Knecht. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Loesegeld fuer viele.« (Markus 10:42-45 )

Autoritaet und Herrschaft kann nur derjenige ausueben, der selbst unter Herrschaft steht und dies in einer dienenden Haltung tun will. Autoritaet und Herrschaft sind eine Gabe, sie werden verliehen und koennen nicht durch Leistung verdient oder erworben werden. Autoritaet fliesst aus dem Glauben an Jesus Christus und begleitet eine gelebte, konsequente Beziehung zu ihm. Alles andere ist Willkuer, Machmissbrauch und damit nicht im Geist von Christus.

Wir schliessen damit die Betrachtung ueber die sieben Sendschreiben der Offenbarung. Im Zentrum bleibt der Glauben an den auferstandenen und erhoehten Sohn Gottes, Jesus Christus stehen &endash; »Wer siegreich ueberwindet!« Um ihn geht es, alleine und zuletzt nur um ihn.

Alle zitierten Bibelstellen stammen aus einer eigenen Uebertragung aus dem griechischen Grundtext

David Kleist


© by new ways ministries, 1994

einfuehrung / inhaltsverzeichnis